The Voice
Rita Mazza
Künstler*innenhaus Mousonturm, Saal
Mi. 5.11. | 20:00 Uhr, Relaxed Performance Do. 6.11. | 20:00 Uhr, Relaxed Performance
Dauer: ca. 40 Minuten
Sprache: Deutsche Gebärdensprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Tickets: 17 €, ermäßigt 8 €
Krankheitsbefingt muss die Audiodeskription leider ausfallen.
Inhalt
Die Stimme ist ein sagenhafter Ort: Sie ist unmittelbar mit dem Körper und der Identität eines Menschen verbunden – einzigartig, unverkennbar, ein Instrument der Selbstbehauptung. Dabei kann die Stimme irritierend wirken und an die eigene Verletzlichkeit erinnern. Choreograf*in Rita Mazza, deren Erstsprache italienische Gebärdensprache ist, macht sich in der eindrücklichen Soloarbeit The Voice aus Tauber / gehörloser Perspektive und auf radikal intime und verletzliche Weise auf die Suche nach der eigenen Stimme. Mazza ergreift die Stimme und lässt sie laut werden: im Ton, in Bewegung, Gebärden, Licht und Rhythmus. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Sicht- und Hörbarkeit, Intimität und Öffentlichkeit. The Voice stellt Fragen nach Identität, Sexualität, Kontrolle und Scham – und danach, wie sehr unser Klang sozial geformt und bewertet wird. Die Performance richtet sich auf vielfältigen Ebenen an das Publikum und arbeitet mit deutscher Gebärdensprache, Übertiteln und Live-Audiodeskription. Ein tiefgreifendes körperliches Erlebnis, das bestehende Normen herausfordert – und uns einlädt, die eigene innere Stimme neu wahrzunehmen.
Tipp: Workshop mit Rita Mazza am 7.11.
Am 6.11. geht's nach dem Stück im Studio 1 weiter mit
"4.0 – Inklusive Clubnight. Eine audiovisuelle Installation für Taube und Hörende"
Das Stück thematisiert Lautsprachtherapien für Taube Personen. Die Performer*in ist zeitweise nackt.
Hinweise zu sensorischen Reizen
Die Vorstellung arbeitet mit unterschiedlichen Lichtintensitäten und -rhythmen, jedoch ohne abrupte Wechsel. Die Lichtchoreografie umfasst helle und dunkle Szenen, intensive Farben, die Reduktion von Licht bis zur vollständigen Dunkelheit, mehrere sanfte Projektionen auf unbewegliche und bewegte Objekte, langsam pulsierendes Licht sowie eine reflektierende Oberfläche, die Licht direkt in Richtung Publikum sendet.
Die Vorstellung ist sehr leise – es gibt keine Musik oder gesprochene Sprache. Die Klanglandschaft besteht aus unterschiedlichen auditiven Elementen, die in Intensität, Tonhöhe, Qualität und Rhythmus variieren. Dazu gehören wiederholte Blubber- und Atemgeräusche, hochfrequente Kusslaute sowie ein einzelnes, sehr lautes, abruptes und humorvolles Geräusch. Darüber hinaus können knackende Geräusche sowie kontinuierliches Hintergrundgeräusch der Belüftungsanlage auftreten.
Es wird außerdem eine Nebelmaschine eingesetzt.
Hinweise zur Barrierefreiheit für gehörlose Zuschauer*innen
Die Performance ist nicht vollständig Deaf-friendly, da Rita Mazza Töne produziert, die über ein Mikrofon verstärkt werden. Diese Töne werden jedoch durch schriftliche Übertitel (Deutsch & Englisch) sowie durch eine Gebärdensprachfassung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) beschrieben. Das Stück thematisiert Geräusche – ein Aspekt, der möglicherweise stärker hörende als gehörlose Menschen anspricht. Obwohl die akustische Ebene dem hörenden Publikum eine zusätzliche Wahrnehmungsschicht bietet, bleibt diese Ebene für gehörlose Zuschauende unzugänglich.
Rita Mazza selbst ist jedoch gehörlos. Im Zentrum stehen Klänge des menschlichen Körpers – Laute, die jeder unabhängig vom Hörvermögen erzeugen kann. Insofern ist die Perspektive der Tauben Zuschauenden eng mit Rita Mazza verbunden, auch wenn die Aufführung nicht vollständig barrierefrei ist.
Credits
Konzeption & Performance: Rita Mazza
Lichtdesign: Raquel Rosildete
Bühne & Video: Camille Lacadee
Dramaturgie & Künstlerische Mitarbeit für Zugänglichkeit: Noa Winter, Sophie Guisset
Kostüm & Videoanimation: Evan Loxton
Bewegungs- und Choreografische Beratung: Gabriel Galindez Cruz
Kollaboration Tanz & Choreografie: Maria Giulia Serantoni
DGS Performance: Aurelia Schäfer
Audiodeskription & Tastführung: Ari Althaus, Johanna Krins, Gina Jeske
Fotografie: Mayra Wallraff Production
Management & Care: Tiphaine Carrère, Jette Büchsenschütz
Produktionsvorbereitung: Agnes Kern DGS/English/German
Teaminterne Übersetzung: Stella Papantonatos, Alma Arnoul, Viviane
Grünberger
Barrierefreiheit vor der Vorstellung und Kooperation zur inklusiven Gestaltung: analu
Outside Eye: Mathias Schaefer
Lichtassistenz: Alexandra Úhlarová
Eine Produktion von Rita Mazza, in Koproduktion mit Tanz im August/ HAU Hebbel am Ufer, Künstler*innenhaus Mousonturm und Kampnagel mit Unterstützung durch Europe Beyond Access, ko-finanziert durch das Programm Creative Europe der Europäischen Union. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. In Kooperation mit Sophiensæle.
Fotos: Mayra Wallraff


